Der Sommer der Wespe.

Von Port Olpenitz aus ist es ein wunderbarer Fahrradausflug die Küste entlang bis kurz vor Damp und dann durchs Hinterland wieder zurück. Wobei, mit dem Fahren ist das so eine Sache, denn die Schönhagener Steilküste entlang muss man schon schieben. Der Pfad ist schmal, zum Teil etwas unwegsam und ordentlich zugewachsen. Die Rebhühner sollen’s ja auch nett haben. Dafür ist die Aussicht aber einfach zu schön, so dass es ein Frevel wäre, sie nicht mitzunehmen und gleich drumrum zu fahren. An ihrem südlichen Ende hat man außerdem einen so schönen Ausblick auf die Ostsee und den Schwansener See mit seinem Naturschutzgebiet drumherum, was man an so einem grauen Tag im Foto leider nicht so gut festhalten konnte. Nach Damp braucht man dann eigentlich erstmal nicht weiterzufahren, denn da ist am Hafen bloß Remmidemmi und lieblose Buden. Sehr schade. Lieber nach dem Abstieg der Steilküste gleich nach rechts wenden und wieder zurück nach Schönhagen fahren.

Denn dort gibt es das sehr nette Landcafé Hof Schwansen. Im Eingangsbereich hat der kleine Hund des Hauses seine kleine Hundehütte und wenn er nicht poft, guckt er, wer denn so kommt. Manchmal kommt er auch raus aus der Hütte und stromert durchs Café, was die heimelige Atmosphäre nochmal extra heimelig macht. Eigentlich waren wir gekommen, weil wir gelesen hatten, dass das Café auch einen schönen Kaffeegarten haben soll. Den konnten wir leider nicht auszprobieren, denn es waren gerade so viele Wespen unterwegs, dass die Betreiber sich gezwungen sahen, den Garten zu schließen. Da wir aber im Prinzip sowieso schon fast den ganzen Tag draußen waren, morgens unser Frühstück auch schon wegen der Wespen unter Deck eingenommen hatten, machte es jetzt auch nix, dass wir unsere Kaffeepause nun drinnen verbringen mussten. Der Qualität des Kuchens tat das jedenfalls keinen Abruch: Besonders der Apfelkuchen (links im Bild) stach durch eine extreme Leckerizität hervor. Die Whiskytorte (rechts im Bild) war auch gut, spielte aber nicht in der selben Liga wie der Apfelkuchen.

Hof Schwansen. Schloßstraße 8. 24398 Schönhagen.

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Café Sand am Meer. Maasholm.

In Maasholm ist ja mittlerweile wirklich nicht mehr viel zu wollen, wenn man an einem nicht so schönen, regnerischen Tag bummeln will. Beim Mal-sehen-was-denn-so-geht ist ziemlich schnell Ende im Gelände. Es gibt noch eine Kunsthandwerkstatt, eine Galerie, einen Souvenir-Shop, einen Supermarkt (immerhin) und eine Bäckerei. Die hat man in ca. fünfzehn Minuten abgegrast. Und was dann? Um den grauen Tag irgendwie rumzukriegen haben wir uns für zehn Euro ein Sup geliehen und sind über das graue Wormshöfter Noor gepaddelt. Das war wunderbar. Danach gab’s ein Fischbrötchen und eine Nönnisause, denn Wassersport macht hungrig und müde. Ein, zwei Schauer mussten wir auch noch aussitzen, bis wir dann zum Highlight des Tages ausrücken konnten: dem Kuchen im Café Sand am Meer. Kannten wir ja schon von vor vier Jahren, aber es ist doch immer schön, wenn man weiß, wo es was Gutes gibt und da in freudiger Erwartung hinwackeln kann. Als wir endlich im Café saßen, kam auch noch die Sonne raus. Na sowas. Für den hübschen Kaffeegarten war’s zwar zu nass, aber drinnen ist’s ja auch gemütlich. Ich konnte mal wieder meinem Rhabarber-Fetisch frönen – sehr leckerer Rhabarber-Baiser-Kuchen. Und auch die Nougat-Torte war echt gut. Wenn auch für eine Person etwas üppig. Da musst ich noch helfen. Was ich natürlich gerne getan hab. Pott Kaffee, Kännchen Tee und Zeitung dazu. Herrlich.

Café Sand am Meer. Hauptstraße 13. 24404 Maasholm.

Was übrigens in Maasholm noch ganz schön ist, wenn das Wetter mitspielt: frittierten Fisch mit Knoblauchsauce beim Fischimbiss am Hafen und anschließend vor die Eisdiele setzen, in die tiefstehende Sonne blinzeln, Eis und Espresso dazu und den Fischern beim Netzeflicken zugucken. Echt kontemplativ.