Birk-Kiosk, Geltinger Birk.

Das Naturschutzgebiet Geltinger Birk zieht mich ja schon seit einigen Jahren an. Da wollte ich gerne mal durchspazieren, Konikpferde und Highland Cattle ansehen, Möwen und anderes Meeresgetier kreischen hören, den Ostseewind um die Nase wehen lassen. Meistens fehlte die Zeit, denn wenn ich schon in der Nähe war, dann mit dem Boot und das wollte gesegelt werden, also flux hinaus aus der Schlei und vorbei an der Geltinger Birk z.B. nach Sønderborg oder Mommark oder Søby. Diesmal war aber der Spaziergang fest gebucht, denn das Boot diente ausschließlich als schwimmendes Ferienhaus. Von meiner Schwansen-Angeln-Lieblingspostille Mohltied gab es hierzu eine Empfehlung, die natürlich sogleich ausprobiert werden wollte: Am Parkplatz Geltinger Birk bei der Mühle Charlotte steht eine sehr ansprechende kleine Holzhütte, in der es nicht nur Kiosk-Devotionalien gibt, sondern auch super Suppen (riesige Portion z.B. Möhre-Ingwer-Orange) mit Knoblauchbrot (zur Stärkung vor der Wanderung) und Kaffee und Kuchen (zur Stärkung nach der Wanderung). Die Wanderung war natürlich auch ganz herrlich. Aber das nur nebenbei. Ist hier ja kein Wanderblog.

Wegbeschreibung: Von Gelting aus fährt man nicht Richtung Nieby über Pommerby, also nicht die K58 (da sind wir fälschlicherweise lang gefahren, man kommt auch an, fährt aber natürlich einen riesigen Umweg), sondern Richtung Goldhöft, Nieby. Die Straße heißt bei Google auch Goldhöft. Nach ca. 2,5 km geht es links in den Goldhöftberg. Da sollte die Mühle Charlotte auch ausgeschildert sein. Nach knapp 600 m kommt dann auf der rechten Seite der Parkplatz mit dem Birk-Kiosk (54°46’09 N, 09°54’27 E). Geöffnet normalerweise Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, wenn’s Wetter schlecht ist, auch mal kürzer.

Für Kaffeetantennachwuchs.

Kürzlich waren die Kaffeetanten mal wieder gemeinsam im Café. Selten selten kommt es vor. Mit einem Teil des Kaffeetantennachwuchses. Und zwar mit genau jenem Teil, der beim vorletzten Cafébesuch im Samocca in Walsrode den Tisch mit einem hauseigenen Steckpuzzle abräumte, so dass es Rühreiteller auf den Hund regnete, der sogleich versuchte, zwischen den Scherben die restlichen Rühreikrümel zu ergattern. Das Personal reagierte extrem souverän und war just mit Handfeger und Kehrblech zur Stelle.

Diesmal gings allerdings in ein kleinkindgerechtes Café, wie sie jetzt allerorten aus dem Boden schießen. Keine Hunde, Tische größer, Breichen aus Plastikschüsseln und überall laufen Stöpsel rum, die des Rumlaufens noch nicht so richtig mächtig sind – innerhalb wie außerhalb der umzäunten Krabbel-, Spiel- und Kuschelecke. Das Essen schmeckt, die Rhabarber-Schorle auch und über den Vanillequark gibt’s leckere karamelisierte Nüsse. Dazu Latte Macchiato. Passt.

Ein besonderer Pluspunkt: Rampe am Eingang zum entspannten Kinderwagen reinschieben, und die Tür stellt sich automatisch fest, so dass man nicht artistisch mit Tür und Kinderwagen jonglieren muss, wenn man ohne Begleitung kommt.

Männer hab ich keine gesehen. Außer den Koch.

Das Rockzipfel. In der Steinriede 9. 30161 Hannover

Ole Müllern Schün, Müden/Örtze

Da blüht zwar noch lange nix, und es summt auch noch kein Bienchen, nichtsdestotrotz kann man natürlich auch bei erstem Frühlingssonnenschein schon wunderbare Heidespaziergänge tätigen. Und wenn man dann danach Tortenhunger hat und sich gerade in der Nähe von Müden/Örtze befindet, sollte man unbedingt in der Ole Müllern Schün einkehren. Kuschelige Einrichtung, super Torten. Tippitoppi. Wer’s lieber deftig mag: Auch die Stullen sind eine Wucht, besonders die mit der Hausmacherwurst.

Ole Müllern Schün. Alte Dorfstraße 6. 29328 Müden/Örtze.

Naschikönig, Weseby

Merke: Demnächst mal wieder beim Naschikönig an der Schlei einkehren!
Hier ist genau der richtige Ort, um nach Jahren eine Berliner Weiße mit Waldmeister zu trinken. Mit Blick auf die Große Breite. Wo auch sonst. Die Auswahl an Bunte-Tüte-Kram ist gradezu mächtig gewaltig. Da wird jede gut sortierte urbane Trinkhalle neidisch. Bockwurst gibt’s auch. Und Waffeln. Siehe oben. Die sind übrigens nix für den eher kleinen Hunger. Und’n Spruch ist beim Naschikönig sowieso gratis.

Naschikönig. Tannenweg 8. 24354 Kosel.

Nochmal Café im Zelt

Wie gesagt: Die überwiegende Anzahl der hier beschriebenen Orte besuchen die Kaffeetanten immer wieder gerne. Allerdings schaffen sie das kaum bei allen, deshalb muss meistens ein Besuch reichen. Nicht so hier:
Viel hat sich nicht verändert. Das Zelt steht jetzt an einer anderen Stelle und drinnen werden auch die Schläger fürs Swin-Golf ausgegeben.

Wer so einen Schnickschnack wie Cappucino haben möchte, wird hier enttäuscht, denn den gibt’s als Pülverchen aus der Dose.
Hier holt man sich dafür amtlichen Kaffee aus der Presskanne und dazu einfach guten Kuchen: Eierlikörtorte und viel spannender noch ist der Pflaume-Schmand-Kuchen vom Blech. Der muss unbedingt mal nachgebaut werden.

Zeltcafé an der Steilküste. Redewisch. Ausbau 16.

Chappi oder Cappucino?

Gestern machte ich mit meinem Besuch und dem Hund einen längeren Spaziergang durch die Herrenhäuser Gärten und die Nordstadt. Vögel zwitschern, Bratwurst duftet. Auf dem Rückweg kommen wir durch die Lilienstraße und an einem Laden vorbei, der beim bloßen Vorübergehen einige Fragen aufwirft. Im linken Schaufenster Tierfutter und Tier-Zubehör, im rechten Schaufenster Café-Tresen mit Menschen, die Espresso schlürfen. Hunde bellen. Und zu allem Überfluss heißt der Laden auch noch Djangos Paradise. Das scheint alles irgendwie nicht zusammenzupassen. Aber weit gefehlt. Ein Blick ins Internet, nämlich hierher, erhellt den Sachverhalt. Logisch eigentlich! Nächstes Mal geh ich rein.

Nachtrag: Dieser Laden ist leider mittlerweile ein gewesener.

Schankwirtschaft Wilhelm Andresen, Katingsiel.

Trümmertorte mit Rhabarber, Eiergrog und schon wieder das Geschirr von Oma. Seltmann Weiden Bavaria in urtümlich gekachelter Stube. Angeblich gibts im Bomannmuseum in Celle die gleichen Kacheln zu betrachten. Und das mit dem Eiergrog-Rezept von der blonden Kathrein werd ich auch irgendwie rauskriegen. Zum Nachbauen. Dieser dicke löffelbare Eischaum ist der Oberrenner. Also nicht zu früh umrühren.

Die Trümmertorte schmeckt im Prinzip genauso wie der Rhabarberkuchen im Kurhaus in Dangast. Nur in anderer Reihenfolge.

Schankwirtschaft Wilhelm Andresen. 25832 Katingsiel Nr. 4

Kunst-Café Fleckeby

Da will ich doch schon seit Jahren einen Post über das Kunst-Café in Fleckeby schreiben, im Grunde genommen ist dies das Café, weshalb es dieses Blog überhaupt gibt, und jetzt habe ich so lange gezaudert, bis der Landcafé-Boom so verbreitet ist, dass sogar „Die Zeit“ darüber schreibt. Dabei habe ich immer nur nicht so richtig in Worte fassen können, wie gut es dort ist. Nicht ganz billig, okay, aber dafür sind die Backerzeugnisse wirklich jedesmal einfach gleichbleibend gut. Wir gehen jedenfalls schon seit geschätzten 15 Jahren immer wieder gerne hin. Und wie das naturgemäß so ist, reißen wir den Altersdurchnitt auch nicht mehr ganz so dolle nach unten. Und zu diesem ollen Zeitartikel von vorletzter Woche muss ich einfach nochmal sagen: Der war echt unspannend. Da hätt man wirklich etwas mehr Herzblut reinlegen können, wenn man sich schon die Mühe macht, um die ganze Schlei zu orgeln und tonnenweise Torten in sich reinzuspachteln. Naja. Aber voller Bauch studiert ja bekanntlich nicht gerne.

Und eventuell ist die Autorin auch gar nicht selbst gefahren, sondern hat nur eingehend die beiden vorhandenen Ausgaben der Mohltied (sehr empfehlenswert, wenn man sich viel an der Schlei rumtreibt übrigens) gelesen. Da hätte dann der routinierte Schreiber schon genug Infos um mit ein bisschen Phantasie eine eigene Reportage zusammenzuzimmern. Aber davon geh ich jetzt mal nicht aus. Oder handelt es sich womöglich um einen Gefälligkeits-PR-Artikel, denn es wird ja sogar auf oben genanntes Druckerzeugnis hingewiesen? Nein, bestimmt nicht. Das kann ich mir nicht vorstellen. Nicht in der Zeit.

Es muss nicht immer Kaffee sein, 1. Ausgabe

Das beste Cordon bleu ever gibt es übrigens bei Reimers Gasthof in Geltorf. Im Moment auch mit Spargel. Da reist man schon mal 280 km an, wenn man nicht gerade zufällig in der Nähe ist, um dem Chef beim Fleischklopfen zuzuhören und sich beim Bier (u.a. Flens vom Fass, wo auch, wenn nicht hier) darauf zu freuen, dass gleich der leckere Käse aus dem kross panierten Schweineteil rausquellen wird. Hervorragend.

Kein heißer Scheiß

Ich hasse ja jegliche Form von Kundenbindungskrams und so. Da ich aber regelmäßig in Lübeck die dort ortsansässige Bäckereikette besuche, liegt diese doch in mehrfacher Ausführung, genaugenommen dreifacher, auf dem Weg zu meiner Arbeit, um dort mein Frühstück zu jagen, obwohl es sicher günstigere Möglichkeiten gibt, an ein belegtes Brötchen und einen mittleren Cappucino zu kommen, ich dort also so viel Geld lasse, besitze ich auch eine Stempelkarte, die ich mir artig abstempeln lasse, damit ich nach 12 mittleren Cappucino, dann auch mal den 13. umsonst kriege. Oben drauf steht fett: Kaffeespezialitäten-Treukarte. Ich meine mich zu erinnern, dass ich in meiner Stammfiliale die Karte auch schon bei einem Tee abgestempelt bekam. Lange Rede kurzer Sinn: Neulich befand ich mich dann mal am Lübecker Bahnhof, auf dem Weg nach Berlin. Und weil es so heiß war an diesem Morgen, war mir eher nach einem Eiskaffee zu meinem Frühstücksbrötchen. Nichts Böses ahnend hielt ich der Bäckereifachverkäuferin meine Stempelkarte hin und die sagte allen Ernstes: „Dafür kriegen Sie keinen Stempel. Das ist schließlich ein Eisgetränk und kein Heißgetränk.“ Ey, Alte. Ich leg hier fast fünf Schleifen fürn Eiskaffee und ne olle Schlemmertasche auf den Tresen und du verweigerst mir den dämlichen Stempel. Ich glaub es geht los. Leider hab ich das natürlich nicht gesagt. Ich war viel zu perplex. Und leider kaufe ich da immer noch ein. Obwohl ich diese Bäckerikette damals in Schwerin schon unfassbar teuer fand. Mittlerweile traue ich mich aber nicht mal mehr, die Stempelkarte bei einem Tee in meiner Stammfiliale hinzuhalten. Wie sehr lässt man sich als Kunde eigentlich demütigen? Und warum macht der doofe Coffeeshop, zu dem ich eigentlich viel lieber gehe, erst um halb zehn auf, wenn ich schon längst am Schreibtisch sitze? Und warum schaffe ich es eigentlich nicht, zu Hause zu frühstücken? Fragen über Fragen, die ich auch zu einem späteren Zeitpunkt wohl nicht beantworten werde.

Cappu-Tina

Ein Ritual ist es bei uns, am Freitagmorgen in die italienische Stehfresse um die Ecke zu gehen, bei Wirtin Tina Parmaschinken-Brötchen/-Ciabatta mit Provolone zu bestellen und dazu Cappucino zu trinken. Wir würden bei der Bestellung jetzt nicht unsere sehr mageren Italienischkenntnisse über Gebühr raushängen lassen, bei Benutzung oder Anhörung des Wortes Cappu, krieg ich allerdings Amarettini-große Pickel. Und „Mach ma zwei Cappu, Tina“ würde mir deshalb nie über die Lippen kommen. Da bestell ich noch eher zwei Ladde. Trotzdem gehen wir da gerne und oft hin. Seit es das Rauchverbot gibt noch viel lieber. Da wird man nicht schon zum Frühstück zugequalmt, und der Cappu schmeckt nochmal so gut… Ups.

Piacere. Otto-Brenner-Straße. 30159 Hannover

Irgendwie Café im Zelt

Es gibt schon eigenartige Locations für Cafés. Obwohl es hier gar nicht so sehr die Location ist. Neben einem Golfplatz kann man schon irgendwie einen gastronomischen Betrieb erwarten. Schließlich wollen die Golfer ja auch was essen. Zumal dieser Golfplatz ein Golfplatz für jedermann ist. Kann man hingehen, sich Schläger leihen und ab geht die Post. Fast wie Minigolf, nur in groß. Das Café am Golfplatz ist trotzdem irgendwie aufs Minimum reduziert. Und irgendwie hab ich mich auch gerade verfranst…
Also nochmal von vorne:
Am Golfplatz in Boltenhagen, vielmehr in Redewisch ein paar Kilometer westlich von Boltenhagen steht ein nicht mehr ganz weißes Zelt, in dem es bei entsprechenden Temperaturen natürlich bulleheiß wird. Drumherum wimmelt es von unzähligen Monoblocksesseln. („Die sind ja so praktisch – pflegeleicht und unkaputtbar.“) Passenderweise heißt dieses Etablissement Zeltcafé an der Steilküste, denn die Steilküste ist gar nicht so weit weg und möchte man von Boltenhagen zu Fuß zum Café, läuft man auch die ganze Zeit auf ihr entlang und genießt einen hinreißenden Blick über die Lübecker Bucht und über wogende Felder. Einfach herrlich jedenfalls. Besonders bei schönem Wetter. Irgendwann kommt man in ein Wäldchen, wo noch ein alter Wachturm aus DDR-Zeiten steht und noch andere komische Anlagen. Direkt hinter dem Wäldchen liegt der Golfplatz und wenn man jetzt nicht dem Weg weiter an der Steilküste folgt, sondern sich ins Landesinnere wendet, erreicht man nach ein paar Hundert Metern das Café. Man findet’s ganz greuslich auf den ersten Blick – also, ich zumindest -, aber weil wir nach dem Spaziergang jetzt gerne was trinken oder essen möchten, kehren wir trotzdem ein. Und, irgendwie wundert’s uns doch nicht: Hier gibt’s einfach geile hausgemachte Kuchen und Torten. Und drumherum ist’s auch ganz hübsch – wenn man gerne auf den Golfplatz guckt. Aber immerhin sind wir ja gerade eine ganze Weile am Wasser lang gelaufen, und hinter’m Golfplatz wogt Weizen im Wind, wahlweise blüht auch der Raps, und wenn ich mich recht entsinne, kann man in der Ferne doch irgendwie das Meer sehen. Dieses Fleckchen hätte auf jeden Fall ein hübscheres Café verdient – und besonders auch das extrem leckere Gebäck. Aber wahrscheinlich wurde mit dem Zelt aus der Not eine Tugend gemacht. Und irgendwie ist es ja auch besonders.

Zeltcafé an der Steilküste. Redewisch. Ausbau 16. Täglich 10 bis 21 Uhr.

Schwedische Wochen im Café Glocksee

Da gibt es keine Köttbullar, kein Jansons Frestelse und keine Zimtschnecken. Sondern vorletzten Samstag Christian Kjellvander und Logh. Und eben gerade Nervous Nellie und Shout Out Louds. Ist ja immer ein bisschen schwierig, wenn die Vorgruppe besser ist als der Hauptact. Kjellvander ließ den halb so großen Sänger von Logh stimmlich ziemlich alt aussehen. Das war ein bisschen wie Schul AG Rockmusik auf Tour. Kjellvander der Lehrer und die Lümmels von Logh konnten sich nicht einigen, wer denn jetzt das Schlagzeug spielt, und da wurden dann kurzerhand einfach zwei auf die Bühne gestellt. Das rockte irgendwie ein bisschen, dann aber doch nicht so richtig. Auf CD sind sie aufregender. Hüne Kjellvander war der absolute Wahnsinn. Der rockt zwar nicht, aber er rührt und das umso mehr – wenn er nur beim Singen das Gesicht nicht so schräg verziehen würde. Schnuppe, einfach ab und zu die Augen zu machen oder auf die Gitarre gucken oder auf die mitgebrachte Sängerin/Mandolinistin/Keyboarderin, deren Look schon sehr – ich würde es mal ‚interessant‘ nennen – war.
Nervous Nellie und Shout Out Louds ließen eben gerade das Café Glocksee kochen. Hab dort selten so eine Stimmung erlebt. Ausgesprochen uplifting eröffneten die zugewachsenen Puschelbärchen von Nervous Nellie den Abend. Fröhliche Surfer-Dude-Musik von der Westküste, die sofort zum Hüpfen und Hampeln anregt. Sensationell. Shout Out Louds blieben dahinter fast ein bisschen zurück, aber auch nur fast. Robert Smith hatte sich als Tobey Maguire verkleidet, was ihm auch ganz gut gelungen ist. Aber seine Stimme konnte nicht darüber hinwegtäuschen, mit wem man es tatsächlich zu tun hatte. Egal. ’s war geil. Genug geschwafelt. Gute Nacht.

Es wird viel geschüttelt

220 Kilometer Anreise haben sich gelohnt: Die Aeronauten sind zu Gast im Cafè Glocksee und bieten mal wieder alles auf. Auch wenn so mancher Maschinenbaustudent des Ska-Tanzens nicht wirklich mächtig ist und die Ellenbogen jenseits des Rhythmus um Haaresbreite mehrere Nasen verfehlen. Trotzdem alles heil geblieben. Die Spezialität dieses Cafés: Herri in Flaschen.

Heldenverehrung

Maschine kaputt im Kappelner La Case Kreol-Mauritius und deshalb kein Espresso zum Nachtisch. Dummerweise haben wir fürs lange Wochenende auch keinen gekauft. Ein Faux-pas sondergleichen. Unsere Rettung heißt La Gondola – erste Eisdiele am Platz. Dort haben sie die Stühle zwar schon reingeräumt und leider auch die Maschine gereinigt, trotzdem lässt es sich der freundliche Eisverkäufer nicht nehmen, uns einen Becher Espresso-Pulver zu schenken, damit wir es uns sozusagen selbst machen können. Unser Held! Als Dank nehmen wir jede eine Kugel Schokoladeneis (sehr schokoladig), obwohl eigentlich echt nix mehr rein geht.

Eiscafé La Gondola. Poststraße 7. 24376 Kappeln. 04642. 15 62

Heiß!

Besonders lecker im Kaffeehaus Heldt in Eckernförde ist an diesem Donnerstagnachmittag die Bedienung. Der Rest (Tee, Kuchen, Einrichtung usw.) tritt in den Hintergrund. Obwohl das rein gar nichts über die Qualität des Restes (tadellos) aussagt, sondern vielmehr über die Bedienung! Vielleicht betrieb ja gerade ein mir bisher nicht bekannter Nachwuchsschauspieler Method Acting. Nein, eher nicht. Oder gibt es Unternehmen, die ihre Nachwuchs-Führungskräfte erstmal zurück zu den Wurzeln schicken, bevor sie das ganz große Rad drehen dürfen?
Wenig überzeugend. Vielleicht finanziert er aber einfach nur sein wildes, freies Surferleben – im Sommer in Eckernförde und sonst im Rest der Welt. Das klingt doch jetzt mal richtig plausibel. Diese Theorie überzeugt mich zutiefst. Das hat Glam. So wird ein Schuh draus. Und nächstes Mal frage ich einfach. Wenn ich mich traue. Und vorher die Haare gewaschen habe.

Kaffeehaus und Konditorei Heldt. St. Nikolaistraße 1. 24340 Eckernförde. 04351.27 31

Symbol der provinziellen Heimat

Wo Kinder in Scharen mit ihren Kinderfahrrädern (mit und ohne Stützräder) vorfahren und sich ein Eis zu 60 kaufen. Wo Cappucino mit aufgeschäumter Milch mondänen Flair verströmt, weil der mit Sahne 20 Cent billiger ist. Wo die Fensterdekoration inkl. Gardinen mit Grauschleier, Zimmerpflanzen und Eiskugelpreisschild aussieht, als hätte man sie das letzte Mal vor 50 Jahren erneuert. Wirtschaftswundercharme gepaart mit ostzonaler Kurznachwendeaura, sozusagen. Trotzdem oder gerade deshalb: Beste Eisdiele, wo gibt.

Eiscafé Dolomiti. Lange Reihe 11. 30925 Ronnenberg

Café Caramel

Drei Jahre habe ich fast direkt daneben gewohnt und habe es doch nicht wahrgenommen, bzw. nur auf dem Weg ins Wahllokal, was, soweit ich mich erinnere, maximal dreimal gewesen sein kann: Kommunalwahl 2001, Bundestagswahl 2002 und Landtagswahl 2003. Vielleicht auch weniger, weil ich oft Briefwahl mache. Und einmal haben wir eine nadelnde Weihnachtsbaum-Leiche in eine Decke gehüllt zum Alt-Weihnachtsbaum-Sammelplatz gleich beim Caramel um die Ecke gebracht. Gedacht hab ich beim Vorbeigehen immer: „Sieht nett aus, musst du mal hingehen.“ Und hab es trotzdem nicht gemacht. Mit meiner Stimme respektive dem Weihnachtsbaum hab ich quasi meine Erinnerung an das hübsche Eckhaus abgegeben, welches (neben den brennenden Ölfässern) ein bisschen Wärme nach Linden-Süd zu bringen scheint. Auf dem Rückweg hab ich meistens einen anderen Weg genommen. Letztes Wochenende hab ich das Café nun endlich ausprobiert. Völlig anderer Stadtteil mittlerweile, aber man hat ja so seine Kontakte. Die Musik war etwas laut und in der Mischung durchaus gewöhnungsbedürftigt, das Mobiliar abgewetzt aber gemütlich, und der italienische Schokoladenkuchen mit Pinienkernen zum Gleich-noch-ein-Stück-Bestellen spielt sozusagen um den Aufstieg in die Philadelphia-Torte-galore-Liga.

Café Caramel. Ricklinger Straße 120. 30449 Hannover. 0511.449 83 31. Montag bis Freitag 9.30 bis 19 Uhr. Samstag und Sonntag 10 bis 19 Uhr.

Bier und Kuchen

Wenn an einem sonnigen Sonntag Nachmittag in einem Café/Restaurant am belebtesten Spazierweg der ganzen Stadt die Kaffeemaschine ausfällt und die Mannschaft nicht mehr in der Lage ist, irgendein Heißgetränk herzustellen, kann man das getrost als Desaster bezeichnen. Fehlen beim Blick aus dem Fenster nur noch infizierte Wasservögel. Aber die Enten scheinen sich bisher bester Gesundheit zu erfreuen (toitoitoi) und die Schwäne wurden von der Stadt mal wieder in weiser Voraussicht weggesperrt, damit sie mit ihren riesigen Watschelfüßen nicht im Eis festfrieren. Weil Kaffeetanten sich von fast gar nichts abschrecken lassen, genießen sie ihre Erdbeer- bzw. Himbeerschnitte statt mit bewährter Latte Macchiato mit einem Alster. Schmeckt ein bisschen wie Altbierbowle und geht deshalb ausnahmsweise. Und irgendwann gibt es dann zumindest auch wieder heiße Schokolade, während die Sonne auf der anderen Seite des Maschsees dem Horizont entgegensinkt und ihr warmes Licht in den gläsernen Bau schüttet.

Pier 51. Rudolf-von-Benningsen-Ufer 51. 30173 Hannover. 0511.807 17 00. Geöffnet täglich ab 11 Uhr.

Achtung, jetzt kommt ein Karton!

Ich stehe ja total auf diese kleinen Kartons, in die in der Pastelaria Luis die original portugiesischen Törtchen zum Mitnehmen verpackt werden. Am Niedlichsten sind die für vier Törtchen. Der Inhalt ist natürlich auch – lecker trifft es nicht so richtig – sagen wir mal zum Dahinschmelzen. Zum Glück komme ich nicht mehr täglich dort vorbei, sonst würde ich mindestens zehn Kilo mehr wiegen und hätte die Wohnung voller Kistchen und Kästchen. Ich kann mich immer so schlecht trennen. Auf Essen in Kisten stehe ich ja sowieso. Leider gibt’s hierzulande Chop Suey zum Mitnehmen immer noch im flachen zwei-muldigen Alunapf. Ich möchte so gerne mal diese Klappkistchen mit dem Faltdeckeln ausprobieren, aus denen in amerikanischen Serien/Filmen immer Chinesisch gegessen wird. Aber das nur nebenbei.

Pastelaria Luis. Deisterstraße 68. 30449 Hannover. Tel. 0511.213 44 97. Montag bis Freitag 8 bis 19 Uhr. Samstag 9:30 bis 19 Uhr. Sonntag 11 bis 19 Uhr.

Aller-Leine-Tal III: Antiquitäten-Café

Wunderbar. Draußen wie drinnen. Schattig unter alten Eichen direkt an der Leine, leider auch direkt an der B 214, die schon mal ein bisschen laut sein kann. Davon sollte man sich aber eigentlich nicht stören lassen, zu schön ist es auf der Terrasse. Drinnen sitzt man auf und zwischen Antiquitäten und allerlei Schnickschnack – alles zu kaufen.

Der Kuchen ist sehr köstlich. Leider scheinen die ihren Kaffee mit dem von ihnen exklusiv vertriebenen ionidingsdasierten Wasser zu kochen. Das ist echt nur mäßig lecker. Vielleicht hab ich kaffeetechnisch aber auch einfach einen schlechten Tag erwischt.

Antiquitäten-Café. Am Hohen Ufer 1. 29690 Schwarmstedt. Tel. 05071.27 37. Mittwoch bis Sonntag 14 bis 19 Uhr

Zu Niederegger…

… wurde wahrscheinlich schon alles gesagt. Trotzdem: Die Nuss-Marzipan-Torte ist einfach der Hammer und auch an den Krapfen aka Berlinern kann ich nicht vorbei. Deshalb bin ich sogar schon grob fahrlässig von Travemünde (Das Café mit der eindeutig besseren Aussicht hatte just geschlossen.) nach Lübeck gerast. Hat aber nichts genützt. Die Krapfen aka Berliner lagen zwar noch in der Auslage, der Auszubildende, der gerade den Verkaufstresen säuberte war aber nicht mehr in der Lage, das Verkaufsfenster wieder aufzuschließen. Trotz langanhaltenden Hämmerns und sehnsüchtiger Blicke fand er nicht den richtigen Schlüssel. Als Ersatz musste dann ein Schokomuffin vom Bagel Brother herhalten. Ging wohl auch.

Niederegger-Café. Breite Straße 89. 23552 Lübeck. 0451.530 11 26 und Vorderreihe 56 Mövengasse. 23570 Travemünde. 04502.2031