Eine andere Geschichte.

PapiroenAn einem Tag wie heute denke ich an Kopenhagen. Es war Juli. Es war heiß. Vielleicht der heißeste Tag des Jahres. Es war Sonntag und alle Kopenhagener, die Kopenhagen in den Ferien nicht verlassen hatten waren am, auf oder im Wasser. So auch ich, obwohl ich natürlich keine Kopenhagenerin bin, sondern mich mit meiner Rolle als Touristin abfand. Aber da war ich an diesem Sonntag im Juli nicht die einzige. Ich saß in einem Liegestuhl vorm Papirøen und trank einen geeisten Latte Macchiato. Man könnte es auch einfach Eiskaffee nennen. Obwohl, wenn ich recht überlege, in einen Eiskaffee gehört nach urdeutscher Definition Vanilleeis und obendrauf Sahne. Das ist nicht so ganz die richtige Bezeichnung dafür. Egal. Ich saß da also vorm Papirøen, die nackten Füße auf der Kaimauer, mit Blick auf Nyhavn und das Theater gegenüber, die Oper nebenan, und ließ den Tag, die Schiffe und die Menschen vorüberziehen. Und das ist genau das, was man an diesem Ort am besten tun kann. Mit Ausnahme von Essen natürlich. Denn Papirøen ist eine Street Food Halle. In dieser Halle stehen überall Street Food Trucks und Buden. Und an jeder Station gibt es was Anderes zu essen. Wenn man es sich genau überlegt, ist Street Food in der Halle ja eigentlich komplett absurd, aber wurscht jetzt. Da denk ich nicht länger drüber nach, denn Papirøen ist ein bunter Ort, an dem man zu moderaten Preisen sehr gut satt werden kann, was zu moderaten Preisen in Kopenhagen ja nicht überall der Fall ist. Besonders beeindruckt haben mich an jenem Sonntag im Juli die doppelt in Entenfett frittierten belgischen Pommes. Ich hoffe, dass es Papirøen auch noch gibt, wenn ich das nächste Mal in Kopenhagen bin. Damit ist aber fast nicht zu rechnen, zumindestens nicht an genau dieser Stelle, denn das Grundstück auf dem die alte Halle steht ist an Zentralität und Exklusivität fast nicht zu übertreffen. Aber die Kopenhagener denken sich sicherlich schnell was Neues aus. Denn was sie besonders gut können, sind außergewöhnliche Orte in ihrer Stadt für sich zu besetzen. Und wenn es auch nur einen Sommer lang ist.

Papirøen. Trangravsvej 14. 1436 København K.

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Eis-Top-5.

Es wird eng in meiner Eis-Top-5. Siciliansk Is mit mittlerweile drei Filialen in Kopenhagen macht schon auch ordentliches Eis. Da musste ich auf dem Rückweg vom Papirøen gleich zweimal rein. Aber das ist eine andere Geschichte.

Siciliansk Is. Christianshavns kanal 2. Kopenhagen.

Auf die Schnelle 2

Brot, Brötchen und Kuchen in köstlicher Auswahl gibt es übrigens beim Bäcker mit integriertem Stehcafé am Christianshavntorv, Torvegade Ecke Overgaden oven Vandet in Kopenhagen. (Das Personal wird da, glaub ich, auch nach Aussehen angestellt. Alle mindestens so knackig wie die Brötchen.) Und wer eine günstige Übernachtungsmöglichkeit sucht. Gleich schräg gegenüber in der Torvegade 36 ist das Chicken’s. Betten sind zwar etwas durchgelegen und nach vorne raus ist es etwas laut, dafür kriegt man es bestimmt nirgends in Kopenhagen für den Preis so kuschelig.

Nachtrag: Das Chicken’s hat leider zwischenzeitlich dichtgemacht.