Kurz und knackig: zwei Mal Schlei.

Rechts oder links der Schlei. Angeln oder Schwansen. Obsthof Gut Stubbe oder Café Lindauhof. Komplett verschieden. Beides gut. Zur Not einfach beides an einem Tag machen. Frühstück in Lindauhof und dann einen kleinen Marsch über die historische Eisenbahnbrücke Lindaunis den Hügel hinauf nach Stubbe. Kaffeetrinken, Kuchen essen, Beeren pflücken, auf die Schlei gucken, alles fein.

Landhaus Gut Oehe.

Ich hänge mich jetzt mal so richtig aus dem Fenster, mach ich ja gerne, wenn es mir irgendwo sehr gefällt: Oehe, kurz nordwestlich der Schleimündung gelegen, ist einer der schönsten Orte in Deutschland. Oehe ist ein Gut, also eine relativ ausladende Ansammlung von zum Gut gehörigen Gebäuden, die heute überwiegend als Feriendomizile genutzt werden. Der nächste Schritt auf der Tourismusleiter wäre vermutlich aus dem Gutshof das Resort Gut Oehe zu machen. Aber darüber will ich jetzt gar nicht weiter nachdenken. Das schönste an diesem Ort ist jetzt aber nicht das Gut. Das ist auch hübsch, keine Frage. Es ist vielmehr eine besondere Stimmung an genau einer Stelle, nämlich dort, wo der alte Laubbaumbestand des Gutes direkt an den Ostseedeich grenzt. Steht man dort oben mit den alten Bäumen im Rücken und guckt sich um, ist die Ostsee bei ablandigem Wind ganz ruhig und klar. Das Wasser glitzert grün und blau. Der Strand ist weiß und fein. Okay, an einigen Stellen ist er auch steinig. Es ist eben ein Naturstrand. Der Kontrast vom dunklen Wald zur lichten Weite des Meeres ist magisch. Zugegebenermaßen operiere ich sonst sehr ungerne mit Begrifflichkeiten des Magischen, aber hier drängt es sich mit einer Vehemenz auf, dass ich es einfach zulasse.

Obstiger Obstkuchen

Vor zwei Jahren war ich schon einmal hier. Wir hatten bei einer ziemlich alten, sehr netten Dame in Maasholm für’n Appel und’n Ei zwei ziemlich alte Fahrräder gemietet. Es war ein schöner warmer Sommertag und wir wollten ein bisschen Radfahren, immer am Wasser lang, an den Strand, baden, Umgebung entdecken. Mal weiter kommen als nur bis zu den sanitären Anlagen des Yachthafens. Und so kam es, dass wir im noch relativ neuen Café Landhaus Oehe landeten. Dort haben wir uns in einen Strandkorb gelümmelt, einen ordentlichen Café Latte bestellt und dazu ein dickes Stück sehr obstigen Obstkuchen.  Was für leckerer Kuchen. Was für ein schönes Plätzchen.

Letzte Woche war ich wieder dort. Diesmal sogar zweimal hintereinander. Beim ersten Mal regnete es, ich war durchgefroren, und ich hatte Hunger. Dabei stellte ich fest: Drinnen sitzt man ebenso gut wie draußen. Denn das Café-Bistro-Restaurant befindet sich im alten Pferdestall, in dem viele Details erhalten wurden, unter anderem eine Pferdebox, die jetzt als Séparée fungiert. Damit hat man bei mir ewigem Pferdemädchen natürlich sofort gewonnen. Und der Spargel schmeckte auch, so dass ich zwei Tage später nochmal hinging. Diesmal war wieder Draußenwetter. Damit mir der stramme Südwest den Spargel aber nicht kalt pustete, nahm ich das Essen wieder in der Pferdebox ein und den Kaffee anschließend auf der Terrasse mit Blick in den schönen alten Baumbestand. Ach ja, gratis WLan gibt’s auch.

Landhaus Gut Oehe. Gut Oehe 1a. 24404 Maasholm.

Monster Fruit Wheel aus Lauenau.

Normalerweise finde ich es immer ein bisschen creepy und abtörnend, wenn süße Gerichte wie deftige heißen. Beim klassischen Spaghettieis mach ich eine Ausnahme. Spaghettieis ist eben Spaghettieis. Und war’s auch schon immer. Spaghettieis Carbonara geht allerdings schon wieder gar nicht. Kann ich nicht bestellen. Keine Ahnung warum, denn die Zutaten sind ja alle durchweg lecker. Ebenso verhält es sich mit Pizzaeis. Will ich nicht. Versteh ich nicht. Wenn einer meiner Nachbarn allerdings Geburtstag hat, gibt es zur nachmittäglichen Kaffeerunde immer die Obstpizza von Frau Hupe aus Lauenau. Man könnte das Ding auch Riesen-Obst-Rad nennen. Oder für Freunde von Anglizismen: Monster Fruit Wheel. Aber der Kuchen heißt nunmal Obstpizza. Obwohl er keinen Hefeboden hat. Genaugenommen ist es ein normaler, allerdings sehr üppig belegter Obstkuchen auf Mürbeteigbasis. Obendrauf ein leckeres Gelee, das die sehr schön gestapelte Obstauswahl zusammenhält. Besonders an der Obstpizza ist ihre schiere Größe: Das Ding ist bestimmt einen halben Meter im Durchmesser. Das Riesen-Obstboden-Rad reicht dann noch zum Kaffee am nächsten und am übernächsten Tag. Und ist auch dann immer noch sehr lecker.

Café Crema. Rodenberger Straße 30. 31867 Lauenau.

Der Sommer der Wespe.

Von Port Olpenitz aus ist es ein wunderbarer Fahrradausflug die Küste entlang bis kurz vor Damp und dann durchs Hinterland wieder zurück. Wobei, mit dem Fahren ist das so eine Sache, denn die Schönhagener Steilküste entlang muss man schon schieben. Der Pfad ist schmal, zum Teil etwas unwegsam und ordentlich zugewachsen. Die Rebhühner sollen’s ja auch nett haben. Dafür ist die Aussicht aber einfach zu schön, so dass es ein Frevel wäre, sie nicht mitzunehmen und gleich drumrum zu fahren. An ihrem südlichen Ende hat man außerdem einen so schönen Ausblick auf die Ostsee und den Schwansener See mit seinem Naturschutzgebiet drumherum, was man an so einem grauen Tag im Foto leider nicht so gut festhalten konnte. Nach Damp braucht man dann eigentlich erstmal nicht weiterzufahren, denn da ist am Hafen bloß Remmidemmi und lieblose Buden. Sehr schade. Lieber nach dem Abstieg der Steilküste gleich nach rechts wenden und wieder zurück nach Schönhagen fahren.

Denn dort gibt es das sehr nette Landcafé Hof Schwansen. Im Eingangsbereich hat der kleine Hund des Hauses seine kleine Hundehütte und wenn er nicht poft, guckt er, wer denn so kommt. Manchmal kommt er auch raus aus der Hütte und stromert durchs Café, was die heimelige Atmosphäre nochmal extra heimelig macht. Eigentlich waren wir gekommen, weil wir gelesen hatten, dass das Café auch einen schönen Kaffeegarten haben soll. Den konnten wir leider nicht auszprobieren, denn es waren gerade so viele Wespen unterwegs, dass die Betreiber sich gezwungen sahen, den Garten zu schließen. Da wir aber im Prinzip sowieso schon fast den ganzen Tag draußen waren, morgens unser Frühstück auch schon wegen der Wespen unter Deck eingenommen hatten, machte es jetzt auch nix, dass wir unsere Kaffeepause nun drinnen verbringen mussten. Der Qualität des Kuchens tat das jedenfalls keinen Abruch: Besonders der Apfelkuchen (links im Bild) stach durch eine extreme Leckerizität hervor. Die Whiskytorte (rechts im Bild) war auch gut, spielte aber nicht in der selben Liga wie der Apfelkuchen.

Hof Schwansen. Schloßstraße 8. 24398 Schönhagen.

Økologisk Café Øland. Svendborg.

Ich mag diesen Stil, sein Café mit gebrauchten, zusammengwürfelten Möbeln und altem, nicht zusammenpassendem Geschirr auszustatten. Und am liebsten mag ich es noch, wenn man es schafft, durch diese Zusammenstellung trotzdem dem Laden keinen rumpeligen Charme, sondern, im Gegenteil, einen modernen Touch zu geben. Hier im Øland in Svendborg, so einem Café-Bistro-Bioladen-Catering-Dings, ist das sehr gelungen. Außerdem ist der Kaffee derart lecker, dass man gleich mal ne Packung mit nach Hause nimmt. Und die Kokosmakrone war auch top. Die bittere Schokolade oben drauf harmonierte hervorragend mit dem süßen Kokosteilchen. Gerne hätten wir uns auch noch durch das Mittagsangebot probiert. Aber leider waren wir noch nicht hungrig genug. Nächstes Mal.

Øland Købmand og Café. Brogade 37. 5700 Svendborg. Danmark.

Noch ne Bäckerei: Thurø Bageri. Svendborg.

Wenn man mit dem Segelboot irgendwo ankommt, ist ja die erste Frage immer: Wo sind die sanitären Anlagen. Gleich danach kommt: Wo kriegt man frische Brötchen? Manchmal hat man ja keine andere Option, als selbst welche aufzubacken. Das ist okay. Aber oft auch nur so mittellecker. Zuweilen kann man auch beim Hafenmeister welche bestellen oder in den nächsten Kaufmannsladen gehen. Da weiß man dann nie so richtig, was man kriegt und es ist am nächsten Morgen immer eine Wundertüte.

In Svendborg gibt es nun allerdings nach etwa zehnminütigem Fußmarsch die besten Brötchen und das beste dänische Gebäck, das man sich nur vorstellen kann. Man kommt in den Laden und will ihn am liebsten gleich leerkaufen. Da ist dann das Frühstück gleich viel besser als an anderen Tagen und die Kaffeepause am Nachmittag auf See ist auch gerettet.

Thurø Bageri. Brogade 29. 5700 Svendborg. Danmark.

Enø Bageri. Karrebæksminde.

An Karrebæksminde bin ich bisher immer vorbei gesegelt. Es gibt so Häfen, da fährt man nie hin, weil sie, wenn man ein bestimmtes Ziel hat, nie auf dem Weg liegen und sich als Etappenhafen anbieten. Etwas ab vom Schuss halt. Karrebæksminde ist so einer. Dabei brüsten sie sich dort mit dem schönsten Strand auf Südseeland. Der Strand ist tatsächlich ganz schön. Sehr weiß und weich, täglich gesäubert und durchgekämmt. Was allerdings besonders ist: Sie haben eine Klappbrücke. Schon von See aus, denkt man, das Ding sieht aus wie eine Grille. Man kann es allerdings nicht so recht glauben. Warum sollte eine Brücke aussehen wie eine Grille? So’n Quatsch. Wenn man dann allerdings an Land ist und auf die Brücke zuläuft, von Enø kommend nach Seeland, dann sieht man, dass das Ding tatsächlich eine Grille ist. Verrückt. Bzw. ein Grashüpfer. Und sie heißt auch noch Græshoppebroen. Niedlich. Von der Grashüpfer-Brücke (Die sonderbarerweise auch noch einen integrierten Bücherschrank hat.) hat man jedenfalls einen schönen Blick auf Enø Bageri. Die wirklich perfekte örtliche Bäckerei. Dort gibt es alles, was das Herz begehrt. Die Torten in den Auslagen sehen aus, als würde man sie allesamt am liebsten sofort einpacken.

 

Und erst die Brötchen: bombig. Deretwegen sind wir gleich noch einen Tag länger geblieben. Zugegeben, auch wegen des schönen Strandes. Und des sehr leckeren Eises. Zum Eisessen setzt man sich direkt vor der Bäckerei auf die schöne Holz-Terrasse-Treppe-was-auch-immer am sehr kleinen Stichkanal, durch den alle Schiffe müssen, die in den Karrebækfjord und nach Næstved wollen oder auch wieder raus auf die Ostsee. Und wenn man Glück hat, so wie wir, kommt gerade ein ziemlich großer Frachter vorbei und fährt einem fast über die Füße, bevor er sich durch die lütte Grashüpperbrücke zwängt. Wir saßen da mit offenen Mündern. Das Eis tropfte fast aus den Waffeln, ob dieses maritimen Spektakels. Muss man mal gesehen haben.

Enø Bageri. Konditori & Café. Ved broen 6, 4736 Karrebæksminde. Denmark.

Café Sand am Meer. Maasholm.

In Maasholm ist ja mittlerweile wirklich nicht mehr viel zu wollen, wenn man an einem nicht so schönen, regnerischen Tag bummeln will. Beim Mal-sehen-was-denn-so-geht ist ziemlich schnell Ende im Gelände. Es gibt noch eine Kunsthandwerkstatt, eine Galerie, einen Souvenir-Shop, einen Supermarkt (immerhin) und eine Bäckerei. Die hat man in ca. fünfzehn Minuten abgegrast. Und was dann? Um den grauen Tag irgendwie rumzukriegen haben wir uns für zehn Euro ein Sup geliehen und sind über das graue Wormshöfter Noor gepaddelt. Das war wunderbar. Danach gab’s ein Fischbrötchen und eine Nönnisause, denn Wassersport macht hungrig und müde. Ein, zwei Schauer mussten wir auch noch aussitzen, bis wir dann zum Highlight des Tages ausrücken konnten: dem Kuchen im Café Sand am Meer. Kannten wir ja schon von vor vier Jahren, aber es ist doch immer schön, wenn man weiß, wo es was Gutes gibt und da in freudiger Erwartung hinwackeln kann. Als wir endlich im Café saßen, kam auch noch die Sonne raus. Na sowas. Für den hübschen Kaffeegarten war’s zwar zu nass, aber drinnen ist’s ja auch gemütlich. Ich konnte mal wieder meinem Rhabarber-Fetisch frönen – sehr leckerer Rhabarber-Baiser-Kuchen. Und auch die Nougat-Torte war echt gut. Wenn auch für eine Person etwas üppig. Da musst ich noch helfen. Was ich natürlich gerne getan hab. Pott Kaffee, Kännchen Tee und Zeitung dazu. Herrlich.

Café Sand am Meer. Hauptstraße 13. 24404 Maasholm.

Was übrigens in Maasholm noch ganz schön ist, wenn das Wetter mitspielt: frittierten Fisch mit Knoblauchsauce beim Fischimbiss am Hafen und anschließend vor die Eisdiele setzen, in die tiefstehende Sonne blinzeln, Eis und Espresso dazu und den Fischern beim Netzeflicken zugucken. Echt kontemplativ.

Die Heimat der Kaffeetanten.

Das V17 ist seit seiner Eröffnung im vorletzten Herbst zur Kaffeetanten-Heimat geworden. Durchschnittlich einmal pro Woche sitzen wir in unserem Lieblingscafé in der Deisterstraße. Linden-Süd ist, was Cafés angeht, ja irgendwie die Sahelzone Lindens. Historisch bedingt wurde dort in Fabriken hart gearbeitet und nicht schöngeistig im Café rumgesessen. Passt jetzt nicht in das Bild mit der Sahelzone, aber egal. Wir freuen uns deshalb umso mehr, dass wir jetzt was viel Tolleres haben als alle anderen in Hannover und nicht mehr nach Linden-Mitte oder Nord rübermachen müssen, wenn wir mal nicht Galao und Pastéis de Nata von Luis wollen. Mal davon abgesehen, dass wir bisher in so einem Fall den Kaffee meistens zu Hause getrunken haben. Für so’n spontanes Kaffee-Date ist es nach Mitte oder Nord dann doch einfach auch zu weit. Echt jetzt.

Tobi, der Erfinder vom V17, hat regelmäßig wechselnde Kaffeesorten, allesamt besonders und fair, und erzählt gerne über Herkunft und Bezugsquelle seiner Kaffeebohnen. Wen das alles nicht interessiert, weil er beim Thema Third Wave eher an Monsterwellen oder an Zombies denkt, der kriegt einfach nur richtig leckeren Kaffee. Dazu gibt’s wechselnden Kuchen oder, wer lieber was Deftiges mag, bestellt z.B. ein Brot mit Avocado oder mit geschmolzenem Ziegenkäse. Wer nun meint, dass so ein Avocadobrot doch nicht die Delikatesse vor dem Herrn sein kann, hat eindeutig noch nie Tobis Avocadobrot gegessen. Die Avocado ist auf den Punkt gereift. Oben drauf gibt’s zerstoßenen roten Pfeffer, der einfach hervorragend zur Avocado passt. Und dazu noch ein köstliches Chutney-Relish-Zeugs, was man entweder auch oben drauf packt oder einfach so auslöffelt. Meine Lieblingskuchensorten sind bisher: das hammermäßige Bananenbrot mit den sehr dicken Schokoladenstückchen und der schön schlotzige vegane Schokokuchen. Den gabs aber irgendwie schon länger nicht mehr. Vielleicht hat ja die Bäckerin gewechselt.

Wir waren jedenfalls neulich froh, dass Tobi seinen Laden sogar schon etwas umgestaltet und im Rahmen des Möglichen die Plätze anders verteilt hat. Irgendwie hatten wir Angst gehabt, dass er, wie so viele auf der Deisterstraße, nicht genug Zeit und Geduld mitgebracht hatte, um seinen Laden zu etablieren, und er ganz schnell wieder zumachen würde und an eine andere, vielleicht hippere Stelle, mit mehr Laufkunschaft abwandern würde. Hat er nicht. Alles gut.

V17. Deisterstraße 49. 30449 Hannover.

Solbackens Wåffelbruk. Båstad. Sverige.

Am Nordhang der südschwedischen Hügelkette Hallandsåsen mit Blick auf Laholmsbukten liegt einer der Kaffeetanten-Hotspots der ersten Stunde. Vor bald 13 Jahren war das in diesem Blog der allererste Post. Und da dieses Ausflugscafé eine sehr lange Tradition (seit 1907) hat, in einem sehr, sehr süßen alten Häuschen in einem sehr kleinen, engen, finstren Tal liegt, aber die Waffeln bei schönem Wetter auf im Hang angelegten Terrassen und Terrässchen serviert werden und da es weltweit deshalb (ich häng mich mal so richtig aus dem Fenster) wohl nur sehr wenige Cafés gibt, die solche Anlagen haben, hat das natürlich auch immer noch geöffnet.

Da ich nach gefühlt tausend Jahren mal wieder den Sommer in Schweden verbracht habe und das Wetter nun auch noch absolut bombig war, musste ich natürlich hin. Und es war mal wieder topschön. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen, pro Person nur eine Waffel zu bestellen, was wir gemacht haben. Das ältere Pärchen in Golfkleidung am Nachbartisch hatte jedenfalls einen ganzen Berg Waffeln. Weil wir aber später noch baden wollten und picknicken und das Frühstück auch noch nicht so lange her war, haben wir uns eben zusammengerissen, jeder artig nur eine Waffel verputzt und stattdessen die Aussicht auf das in der Sonne glitzernde Meer genossen bis die nächsten Gäste schon ungeduldig neben unserem Tisch im Sand scharrten. Wir hatten uns einen der besten Plätze gesichert. Es war sehr heiß und wir saßen im Schatten eines Baumes.

Auf dem Hinweg hatte ich mich übrigens schon wieder verfahren. Von Båstad kommend muss man Richtung Torekov fahren. Und nicht rechts am Wasser lang. Die Straße ist auch sehr schön, führt aber leider nicht zur Waffel sondern am Campingplatz vorbei nach Kattvik. Dort konnte man sich früher immer Angelboote ausleihen. Keine Ahnung, ob das heute auch noch so ist. Bei Gelegenheit mal überprüfen.

Solbackens Wåffelbruk. Italienska vägen. Båstad. Schweden.

4 x Center Shock Monster Silber, bitte.

Oh, wie schön. Vom NDR gibt es eine halbstündige Doku über den Naschikönig. Da freu ich mich doch gleich auf den nächsten Besuch. Frag mich gerade, wann ich eigentlich das letzte Mal da war. Is schon länger her, glaub ich. Was für ein Fehler. Steht für 2017 aber auf der To-go-Liste.

Hier gibt’s die Doku in der ARD-Mediathek. Übrigens sehr meditativ. Da ist man nach dem Anschauen gleich ganz entspannt.

 

Central-Conditoriet. Markaryd.

Central-Conditoriet

Eine kleine Zeitreise kann man machen, wenn man in Markaryd die Central-Conditoriet besucht. Ein Geschäft wie früher. Keine Schnick-Schnack-Backfabrik mit stylischem skandinavischem Charme. Der kleine Verkaufsraum ist schmucklos, aber praktisch. Nichts lenkt von den Auslagen ab, die aus typischem schwedischem Backwerk, Teilchen, Kuchen sowie Brot mit und ohne Belag bestehen. Besonders sehenswert ist allerdings das Hinterzimmer. Dunkles Holz. Glitzerfolienvertäfelung zu Ölschinken. Kupferkannen im Regal. Es lässt sich schwer beschreiben. Irgendwie Midcentury. Ich war bisher zweimal dort. Beim ersten Mal zum Kaffeetrinken und Teilchenessen, beim zweiten Mal zum Frühstücken. Ich war am Abend vorher angekommen, hatte noch nichts im Kühlschrank und wollte mich vorm Großeinkauf im örtlichen ICA Kvantum erstmal stärken. Das hätte ich zwar auch dort machen können, denn die haben ein Restaurant/Café inkludiert, aber in der kleinen Konditorei sitzt sich’s einfach netter als im Supermarkt. Mach ich nächstes Mal genauso wieder.

Central-Conditoriet. Kungsgatan 20. 28531 Markaryd. Schweden

Biereis.

aero-ismageri

Ich bin ja schon ein Freund von auch etwas abseitigeren Eisgeschmäckern. Deshalb konnt ich an dem Øl-Eis, was sie in der Æerø Ismageri vom Café Aroma in Ærøskøbing anbieten auch nicht vorbei. Da mir schon beim Kauf relativ klar war, dass das ziemlich bitter werden würde, dacht ich mir, einfach mit was Fruchtigem abmildern und ne Kugel Erdbeer dazu nehmen. Zumal man ja auch immer am Erdbeereis besonders gut sehen kann, was so eine Eismanufaktur kann. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Die hier können jedenfalls was. Wobei das Biereis tatsächlich wegen des bitteren Geschmacks etwas hart ist. Da hatte ich mit der zweiten Kugel die perfekte Kombination ausgesucht. Denn das harmonierte super und schmeckte im Resultat dann irgendwie nach Altbierbowle. Könnte mir vorstellen, dass es auch mit Waldmeister gut gewesen wäre. Oder mit Zitrone. Das wär für sich gesehen auch echt eine ganz lecker Eissorte. So’n richtig schönes Erwachseneneis: „Zwei Kugeln Alster mit Sahne, bitte.“

Zum Eisladen gehört übrigens noch ein Restaurant/Café/Bistro/Hotel. Naja, bzw. wird wohl eher andersrum ein Schuh draus. Drinnen sind die Wände mit Filmplakaten tapeziert, was ja immer ganz nett aussieht. Von der hübschen Terrasse aus guckt man auf das Treiben am Fähranleger und auf Det Gamle Væerft. Dort kann man allerlei über Bootsbau erfahren und viele alte Techniken selbst ausprobieren. Sollte man wohl mal hingehen und sich anschauen. Haben wir leider nicht gemacht. Nur im Shop eingekauft. Nächstes Mal.

Café Aroma. Gilleballetofte 2a. 5970 Ærøskøbing. Dänemark.

Drüben auf dem Hügel.

Aschberg.

Der Aschberg liegt im Naturpark Hüttener Berge. Seit ein paar Jahren gibt es oben drauf das sehr schöne Hotel Globetrotter Lodge. Zum Hotel gehört ein Aussichtsturm, von dem aus man u.a. bis zur Schlei, zum Wittensee und zur Eckernförder Bucht gucken kann. Und auch die Rader-Hochbrücke am Nordostseekanal kann man sehen. Diese Weite, die einem dort oben geboten wird, ist wirklich besonders. Das ist eigentlich erstmal nicht so kaffeetantenrelevant, aber die Weite gibt’s nicht nur auf dem Turm – sollte man natürlich trotzdem befahren oder besteigen, denn von oben sieht man noch ein bisschen mehr. Man kann sie auch bei einer Kaffeespezialität, einem Snack oder einem mehrgängigen Menü von der Terrasse des hoteleigenen Restaurants Campfire genießen oder aus dem Restaurant selbst, denn das hat riesige Glasfronten, die die Landschaft in den schlichten Raum holen. Die Architektur der Gebäude fügt sich elegant in die Landschaft ein, die Zimmer sind toll, die Küche auch, der Service extrem unprätentiös und herzlich. Schön dort. Ein guter Ort.

Campfire

Und noch was Cooles gibt’s: Seit bald 40 Jahren veranstaltet die Gemeinde einmal im Jahr das Aschbergsingen. Dieses Jahr kam ich gerade an, als das letzte Lied gesungen wurde, aber der Termin für nächstes Jahr ist schon vorgemerkt: 8. Juli 2017.

Globetrotter Lodge. Aschberg 3. 24358 Ascheffel.

Café als Ehrenamt.

Schön ist’s übrigens auch auf der Terrasse des Café f in Hannover. Die Stadt ist irgendwie ausgesperrt. Man hört sie eher als dass man sie sieht und sitzt gefühlt in den Baumkronen mit Blick auf den Turm der Marktkirche. Statt sich ins Kettencafé auf dem Platz der Weltausstellung zu pflanzen also vielleicht einfach mal bei der Üstra rein und hoch in den zweiten Stock ins Freiwilligenzentrum Hannover, denn dazu gehört das Café f. Das Team arbeitet hier rein ehrenamtlich und die Einnahmen kommen deshalb allesamt der Ehrenamtsarbeit zugute. Mittagstisch gibt’s auch: z.B. jeden Donnerstag Currywurst.

Café f. Im Üstra-Kundenzentrum. Platz der Weltausstellung. Karmarschstraße 30-32. 30159 Hannover.

Steuerbord querab: Café Sorgenfrei.

Das Café Sorgenfrei auf Fehmarn ist ein unfassbares Schmuckstück, das sich da am hintersten Zipfel der Südstrandpromenade noch hinter der ganzen 70er-Jahre-Betonhölle des Ostsee-Heilbads Burgtiefe verbirgt.

Apropos Betonhölle: Dass der Entwurf für Burgtiefe Ende der 60er Jahre vom dänischen Architekten Arne Jacobsen gemacht worden sein soll, ist kaum zu glauben, wenn man den bisher nur durch seine Stühle der Serie 7 oder den Egg Chair auf dem Schirm hatte. Aber Ende der 60er, Anfang der 70er tendierte man nun mal zum Brutalismus und so hat auch Burgtiefe sein Ostseebad-Päckchen zu tragen, genauso wie Damp 2000, Heiligenhafen, Wentorf und Schilksee. Um ein bisschen versöhnlich zu sein ob der wuchtigen Architektur: Sie ist nicht mehr ganz so hässlich wie noch vor 20 Jahren, denn so langsam erkennt man trotz der brutalen Größe eine gewisse Leichtigkeit, wie sie dort zwischen blauem Himmel und Meer, pinken Strandrosen und weißem Sand in Würde altert, so man sie denn lässt.

Das Café Sorgenfrei hat damit erstmal gar nichts zu tun, außer, dass man diese Architektur passieren muss, um dort hin zu kommen. Das Café Sorgenfrei ist in einem alten Backsteingebäude untergebracht – ich vermute mal Lotsenhaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Fenster sind groß. Der Raum ist licht und bunt und loftig. So schön, dass ich am liebsten gleich einziehen würde. In seiner ganzen Schönheit nimmt man diesen Ort aber eigentlich am besten wahr, wenn man mit einem Schiff bei strahlendem Sonnenschein den Burger Binnensee anläuft. Dann liegt er an Steuerbord.

Über die Qualität der Speisen und Getränke kann ich gar nicht so viel sagen. Es ist Selbstbedienung. Ich hatte einen Erdbeershake mit frischen Erdbeeren und Erdbeereis. Lecker. Der Preis vielleicht etwas üppig, aber dafür war der Shake das auch. Die könnten mir hier den schlechtesten Kaffee ever verkaufen und Kuchen von gestern, die Lage ist so grandios, da könnt ich mich einfach an einem Mineralwasser festhalten, nur dumm aufs Wasser gucken und trotzdem glücklich sein.

Café Sorgenfrei. Südstrandpromenade 1. 23769 Burgtiefe. Fehmarn.

Brunellesco – Caffè & Spuntini.

Brunellesco2Auf der Suche nach dem Cafelatte in der Via degli Alfani, das uns von einer Florentinerin empfohlen worden war, taten uns irgendwann so die Füße weh, dass wir dachten, wir können keinen Schritt mehr weiter gehen. Da wir gerade vorm Brunellesco – Caffè & Spuntini standen, das mit seinen hübschen Außenplätzen an einem kleinen Turm extrem einladend aussah, kehrten wir kurzerhand dort ein. Wir quetschten uns in die letzte freie Ecke, denn um zwei der gerade frei werdenden Außenplätze zu ergattern waren wir leider nicht entschlossen genug. Wir wurden nicht enttäuscht: Besonders der sehr saftige Schokoladenkuchen tat sich durch extreme Schokoladizität hervor. Hatte ich schon erwähnt, dass der sehr lecker war? Er war übrigens sehr lecker. Ebenso der Apfelkuchen.

Brunellesco1

Über den Kaffee brauchen wir eigentlich gar nicht zu reden. Um in Italien einen schlechten Kaffee zu kriegen, muss man sich schon mächtig anstrengen. Der kleine Espresso am Tresen ist eigentlich fast überall mehr als genießbar. Mir ist jedenfalls bisher nichts Gegenteiliges aufgefallen. Wer noch nie in Italien war, wird sich allerdings über den Preisunterschied vom Kaffee am Tresen (1 Euro) zum Kaffee am Tisch mit Bedienung (2 Euro) wundern. Im Grunde ist es ja aber logisch und nur fair, dass der Kaffee mit Service mehr kostet, als der mit Selbstbedienung. Panini, Tramezzini und wechselnde Tagesgerichte gibt es im Brunellesco auch. Letztere werden im Hinterzimmer serviert, das zur Mittagszeit bummsvoll mit überwiegend studentischem Publikum ist, was wohl durch die Nähe zum Centro Linguistico di Ateneo und der Facoltà Storia dell’Arte zustande kommt. Das Caffelatte befindet sich übrigens nur einige Meter weiter. Gucken wir uns einfach nächstes Mal an.

Brunellesco. Via degli Alfani 69/r. 50121 Firenze. Italien.

Eine andere Geschichte.

PapiroenAn einem Tag wie heute denke ich an Kopenhagen. Es war Juli. Es war heiß. Vielleicht der heißeste Tag des Jahres. Es war Sonntag und alle Kopenhagener, die Kopenhagen in den Ferien nicht verlassen hatten waren am, auf oder im Wasser. So auch ich, obwohl ich natürlich keine Kopenhagenerin bin, sondern mich mit meiner Rolle als Touristin abfand. Aber da war ich an diesem Sonntag im Juli nicht die einzige. Ich saß in einem Liegestuhl vorm Papirøen und trank einen geeisten Latte Macchiato. Man könnte es auch einfach Eiskaffee nennen. Obwohl, wenn ich recht überlege, in einen Eiskaffee gehört nach urdeutscher Definition Vanilleeis und obendrauf Sahne. Das ist nicht so ganz die richtige Bezeichnung dafür. Egal. Ich saß da also vorm Papirøen, die nackten Füße auf der Kaimauer, mit Blick auf Nyhavn und das Theater gegenüber, die Oper nebenan, und ließ den Tag, die Schiffe und die Menschen vorüberziehen. Und das ist genau das, was man an diesem Ort am besten tun kann. Mit Ausnahme von Essen natürlich. Denn Papirøen ist eine Street Food Halle. In dieser Halle stehen überall Street Food Trucks und Buden. Und an jeder Station gibt es was Anderes zu essen. Wenn man es sich genau überlegt, ist Street Food in der Halle ja eigentlich komplett absurd, aber wurscht jetzt. Da denk ich nicht länger drüber nach, denn Papirøen ist ein bunter Ort, an dem man zu moderaten Preisen sehr gut satt werden kann, was zu moderaten Preisen in Kopenhagen ja nicht überall der Fall ist. Besonders beeindruckt haben mich an jenem Sonntag im Juli die doppelt in Entenfett frittierten belgischen Pommes. Ich hoffe, dass es Papirøen auch noch gibt, wenn ich das nächste Mal in Kopenhagen bin. Damit ist aber fast nicht zu rechnen, zumindestens nicht an genau dieser Stelle, denn das Grundstück auf dem die alte Halle steht ist an Zentralität und Exklusivität fast nicht zu übertreffen. Aber die Kopenhagener denken sich sicherlich schnell was Neues aus. Denn was sie besonders gut können, sind außergewöhnliche Orte in ihrer Stadt für sich zu besetzen. Und wenn es auch nur einen Sommer lang ist.

Papirøen. Trangravsvej 14. 1436 København K.

Plastikgeld.

Für zwei Eiskaffee in einem winzigen etwas provisorisch anmutenden Café zück ich normalerweise keine Kreditkarte, aber weil das Bargeld gerade für zwei Tuborg und Biopølser draufgegangen ist, pass ich mich den dänischen Gepflogenheiten an und mach das eben auch mal. Is total normal hier. In Kopenhagen. Sogar der Saftverkäufer an seinem mobilen Ministand hat ein Kartenlesegerät.

Bunte Tüte im ländlichen Raum.

Benther Dorfladen

Mitten in Benthe am gleichnamigen Benther Berg gibt es einen kleinen Dorfladen. Den gibt es schon relativ lange und ich wollte immer mal reingehen. Irgendwie bin ich bisher jedes Mal mit dem Auto vorbeigefahren, hab es auf dem Parkplatz am Hotel Benther Berg abgestellt, den Hund aus dem Kofferraum geholt, bevor es den Hund gab bin ich einfach so losgelaufen. Den Benther Berg hoch und wieder runter, links herum, rechts herum, die schöne Aussicht auf Hannover genossen und danach bin ich dann wieder in mein Auto rein und ab nach Hause. Dieses Mal hatte ich mir fest vorgenommen, dort einzukehren und mal zu schauen, was der Laden so zu bieten hat. Weil der Hund dabei war und das Wetter super, hab ich mich vor die Tür gesetzt. Auf der Straße war richtig was los. Menschen trafen sich vorm Laden und unterhielten sich, Kinder kamen mit Einkaufsbeuteln und einer Einkaufsliste, drinnen im Laden, zu dem auch ein Bistro gehört, saßen Menschen und es war richtig Betrieb, der Laden also im Prinzip Zentrum und Treffpunkt des kleinen Ortes. Cappuccino und Kuchen waren liebevoll zubereitet und sehr lecker. Solche Läden sollte es einfach öfter geben. Es gibt Frühstück, Quiche oder Suppe als Mittagsangebot, der Laden ist gleichzeitig Café, Bioladen, Weinhandel, Bäcker und Post. Und Zeitungen und Zeitschriften gibt es auch. Jeder kleine Ort sollte solch einen Laden zur Nahversorgung haben. Denn wenn man es mal genau nimmt, bevor man sich in sein Auto setzt und zum nächsten Supermarkt eiert, der sicherlich einige Kilometer entfernt ist, weil Eier, Milch und Käse ausgegangen sind, kann man bei den aktuellen Benzinpreisen auch mal eben zu Fuß oder mit dem Rad im Dorfladen einkaufen. Man hat sich die Fahrerei gespart und vielleicht noch ein nettes Gespräch mit lieben Nachbarn gehabt.

Benther Dorfladen. Am Steinweg 18. 30952 Ronnenberg OT Benthe.

Torte Dolores.

Kunst-Cafe

Die Kaffeetanten sind cafétreu. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, gehen sie immer wieder gerne in ihre Lieblingscafés. Natürlich muss man auch mal checken, ob da noch alles in Ordnung ist. Ob der Laden vielleicht mittlerweile einen anderen Betreiber hat, ob die Torte noch genauso gut schmeckt wie beim letzten Besuch oder ob es vielleicht mal neue Sorten gibt. Das Kunst-Café in Fleckeby an der Schlei ist bekanntermaßen einer der Kaffeetanten-Hotspots. Das Café gibts bald 30 Jahre. Wir besuchen es fast schon seit 25 Jahren. Und diesmal hatten wir sogar einen Kaffeetanten-Mann und die dazugehörigen Kaffeetanten-Kinder dabei, die den Altersdurchschnitt mal so richtig nach unten korrigiert haben. Wir Kaffeetanten selbst taugen dazu mittlerweile auch nicht mehr so richtig. Obwohl wir altersmäßig immer noch etwas unter dem Durchschnitt liegen, würd ich behaupten. Egal. Darum solls ja auch nicht gehen, sondern: Es gibt eine neue Torte, die es beim letzten Mal (vor zwei Jahren), als wir hier waren, noch nicht gab. Die Argentinische Torte Dolores. Dolores ist so eine Two-in-one-Torte. Sie besteht gefühlt aus zwei ganz unterschiedlichen Teilen, die geschmacklich nicht so richtig zusammen zu passen scheinen. Der lockere Walnuss-Boden ist mit einer Karamellcreme gefüllt und das harmoniert extrem gut. Die Karamellcreme ist sowieso der Knaller, weil die Karamellteilchen darin ein bisschen crunchig zwischen den Zähnen knirschen. Herrlich. Oben drauf ist aber noch eine an sich sehr leckere Erdbeer-Haube, die ich erstmal mit dem unteren Teil der Torte geschmacklich nicht so richtig in Einklang bringen konnte. Walnuss-Karamell ist ja irgendwie eher ein Herbst-Winter-Geschmack, während Erdbeere so eine Frühling-Sommer-Komponente ist. Das finde ich jetzt nicht so richtig schlüssig. Deshalb bin ich wie gesagt etwas zwiegespalten, was die Argentinische Torte Dolores angeht. Nichtsdestotrotz ist sie schon sehr lecker. Und vielleicht ist es ja auch mal ganz gut, wenn man so ein Stück Torte nicht einfach zügig runterschlingt, weil’s einfach so gut schmeckt. (Lecker, Schwarzwälder Kirsch. Alles klar. Schwupps, weg is sie.) Sondern beim Genuss mal innehält und sich zwei bis drei Gedanken macht. Ich glaub, ich werd die Dolores einfach nächstes Mal wieder bestellen.

Kunst-Café Fleckeby. Auf der Höhe 10. 24357 Fleckeby.