Central-Conditoriet. Markaryd.

Central-Conditoriet

Eine kleine Zeitreise kann man machen, wenn man in Markaryd die Central-Conditoriet besucht. Ein Geschäft wie früher. Keine Schnick-Schnack-Backfabrik mit stylischem skandinavieschem Charme. Der kleine Verkaufsraum ist schmucklos, aber praktisch. Nichts lenkt von den Auslagen ab, die aus typischem schwedischem Backwerk, Teilchen, Kuchen sowie Brot mit und ohne Belag bestehen. Besonders sehenswert ist allerdings das Hinterzimmer. Dunkles Holz. Glitzerfolienvertäfelung zu Ölschinken. Kupferkannen im Regal. Es lässt sich schwer beschreiben. Irgendwie Midcentury. Ich war bisher zweimal dort. Beim ersten Mal zum Kaffeetrinken und Teilchenessen, beim zweiten Mal zum Frühstücken. Ich war am Abend vorher angekommen, hatte noch nichts im Kühlschrank und wollte mich vorm Großeinkauf im örtlichen ICA Kvantum erstmal stärken. Das hätte ich zwar auch dort machen können, denn die haben ein Restaurant/Café inkludiert, aber in der kleinen Konditorei sitzt sich’s einfach netter als im Supermarkt. Mach ich nächstes Mal genauso wieder.

Central-Conditoriet. Kungsgatan 20. 28531 Markaryd. Schweden

Biereis.

aero-ismageri

Ich bin ja schon ein Freund von auch etwas abseitigeren Eisgeschmäckern. Deshalb konnt ich an dem Øl-Eis, was sie in der Æerø Ismageri vom Café Aroma in Ærøskøbing anbieten auch nicht vorbei. Da mir schon beim Kauf relativ klar war, dass das ziemlich bitter werden würde, dacht ich mir, einfach mit was Fruchtigem abmildern und ne Kugel Erdbeer dazu nehmen. Zumal man ja auch immer am Erdbeereis besonders gut sehen kann, was so eine Eismanufaktur kann. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Die hier können jedenfalls was. Wobei das Biereis tatsächlich wegen des bitteren Geschmacks etwas hart ist. Da hatte ich mit der zweiten Kugel die perfekte Kombination ausgesucht. Denn das harmonierte super und schmeckte im Resultat dann irgendwie nach Altbierbowle. Könnte mir vorstellen, dass es auch mit Waldmeister gut gewesen wäre. Oder mit Zitrone. Das wär für sich gesehen auch echt eine ganz lecker Eissorte. So’n richtig schönes Erwachseneneis: „Zwei Kugeln Alster mit Sahne, bitte.“

Zum Eisladen gehört übrigens noch ein Restaurant/Café/Bistro/Hotel. Naja, bzw. wird wohl eher andersrum ein Schuh draus. Drinnen sind die Wände mit Filmplakaten tapeziert, was ja immer ganz nett aussieht. Von der hübschen Terrasse aus guckt man auf das Treiben am Fähranleger und auf Det Gamle Væerft. Dort kann man allerlei über Bootsbau erfahren und viele alte Techniken selbst ausprobieren. Sollte man wohl mal hingehen und sich anschauen. Haben wir leider nicht gemacht. Nur im Shop eingekauft. Nächstes Mal.

Café Aroma. Gilleballetofte 2a. 5970 Ærøskøbing. Dänemark.

Drüben auf dem Hügel.

Aschberg.

Der Aschberg liegt im Naturpark Hüttener Berge. Seit ein paar Jahren gibt es oben drauf das sehr schöne Hotel Globetrotter Lodge. Zum Hotel gehört ein Aussichtsturm, von dem aus man u.a. bis zur Schlei, zum Wittensee und zur Eckernförder Bucht gucken kann. Und auch die Rader-Hochbrücke am Nordostseekanal kann man sehen. Diese Weite, die einem dort oben geboten wird, ist wirklich besonders. Das ist eigentlich erstmal nicht so kaffeetantenrelevant, aber die Weite gibt’s nicht nur auf dem Turm – sollte man natürlich trotzdem befahren oder besteigen, denn von oben sieht man noch ein bisschen mehr. Man kann sie auch bei einer Kaffeespezialität, einem Snack oder einem mehrgängigen Menü von der Terrasse des hoteleigenen Restaurants Campfire genießen oder aus dem Restaurant selbst, denn das hat riesige Glasfronten, die die Landschaft in den schlichten Raum holen. Die Architektur der Gebäude fügt sich elegant in die Landschaft ein, die Zimmer sind toll, die Küche auch, der Service extrem unprätentiös und herzlich. Schön dort. Ein guter Ort.

Campfire

Und noch was Cooles gibt’s: Seit bald 40 Jahren veranstaltet die Gemeinde einmal im Jahr das Aschbergsingen. Dieses Jahr kam ich gerade an, als das letzte Lied gesungen wurde, aber der Termin für nächstes Jahr ist schon vorgemerkt: 8. Juli 2017.

Globetrotter Lodge. Aschberg 3. 24358 Ascheffel.

Café als Ehrenamt.

Schön ist’s übrigens auch auf der Terrasse des Café f in Hannover. Die Stadt ist irgendwie ausgesperrt. Man hört sie eher als dass man sie sieht und sitzt gefühlt in den Baumkronen mit Blick auf den Turm der Marktkirche. Statt sich ins Kettencafé auf dem Platz der Weltausstellung zu pflanzen also vielleicht einfach mal bei der Üstra rein und hoch in den zweiten Stock ins Freiwilligenzentrum Hannover, denn dazu gehört das Café f. Das Team arbeitet hier rein ehrenamtlich und die Einnahmen kommen deshalb allesamt der Ehrenamtsarbeit zugute. Mittagstisch gibt’s auch: z.B. jeden Donnerstag Currywurst.

Café f. Im Üstra-Kundenzentrum. Platz der Weltausstellung. Karmarschstraße 30-32. 30159 Hannover.

Steuerbord querab: Café Sorgenfrei.

Das Café Sorgenfrei auf Fehmarn ist ein unfassbares Schmuckstück, das sich da am hintersten Zipfel der Südstrandpromenade noch hinter der ganzen 70er-Jahre-Betonhölle des Ostsee-Heilbads Burgtiefe verbirgt.

Apropos Betonhölle: Dass der Entwurf für Burgtiefe Ende der 60er Jahre vom dänischen Architekten Arne Jacobsen gemacht worden sein soll, ist kaum zu glauben, wenn man den bisher nur durch seine Stühle der Serie 7 oder den Egg Chair auf dem Schirm hatte. Aber Ende der 60er, Anfang der 70er tendierte man nun mal zum Brutalismus und so hat auch Burgtiefe sein Ostseebad-Päckchen zu tragen, genauso wie Damp 2000, Heiligenhafen, Wentorf und Schilksee. Um ein bisschen versöhnlich zu sein ob der wuchtigen Architektur: Sie ist nicht mehr ganz so hässlich wie noch vor 20 Jahren, denn so langsam erkennt man trotz der brutalen Größe eine gewisse Leichtigkeit, wie sie dort zwischen blauem Himmel und Meer, pinken Strandrosen und weißem Sand in Würde altert, so man sie denn lässt.

Das Café Sorgenfrei hat damit erstmal gar nichts zu tun, außer, dass man diese Architektur passieren muss, um dort hin zu kommen. Das Café Sorgenfrei ist in einem alten Backsteingebäude untergebracht – ich vermute mal Lotsenhaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Fenster sind groß. Der Raum ist licht und bunt und loftig. So schön, dass ich am liebsten gleich einziehen würde. In seiner ganzen Schönheit nimmt man diesen Ort aber eigentlich am besten wahr, wenn man mit einem Schiff bei strahlendem Sonnenschein den Burger Binnensee anläuft. Dann liegt er an Steuerbord.

Über die Qualität der Speisen und Getränke kann ich gar nicht so viel sagen. Es ist Selbstbedienung. Ich hatte einen Erdbeershake mit frischen Erdbeeren und Erdbeereis. Lecker. Der Preis vielleicht etwas üppig, aber dafür war der Shake das auch. Die könnten mir hier den schlechtesten Kaffee ever verkaufen und Kuchen von gestern, die Lage ist so grandios, da könnt ich mich einfach an einem Mineralwasser festhalten, nur dumm aufs Wasser gucken und trotzdem glücklich sein.

Café Sorgenfrei. Südstrandpromenade 1. 23769 Burgtiefe. Fehmarn.

Brunellesco – Caffè & Spuntini.

Brunellesco2Auf der Suche nach dem Cafelatte in der Via degli Alfani, das uns von einer Florentinerin empfohlen worden war, taten uns irgendwann so die Füße weh, dass wir dachten, wir können keinen Schritt mehr weiter gehen. Da wir gerade vorm Brunellesco – Caffè & Spuntini standen, das mit seinen hübschen Außenplätzen an einem kleinen Turm extrem einladend aussah, kehrten wir kurzerhand dort ein. Wir quetschten uns in die letzte freie Ecke, denn um zwei der gerade frei werdenden Außenplätze zu ergattern waren wir leider nicht entschlossen genug. Wir wurden nicht enttäuscht: Besonders der sehr saftige Schokoladenkuchen tat sich durch extreme Schokoladizität hervor. Hatte ich schon erwähnt, dass der sehr lecker war? Er war übrigens sehr lecker. Ebenso der Apfelkuchen.

Brunellesco1

Über den Kaffee brauchen wir eigentlich gar nicht zu reden. Um in Italien einen schlechten Kaffee zu kriegen, muss man sich schon mächtig anstrengen. Der kleine Espresso am Tresen ist eigentlich fast überall mehr als genießbar. Mir ist jedenfalls bisher nichts Gegenteiliges aufgefallen. Wer noch nie in Italien war, wird sich allerdings über den Preisunterschied vom Kaffee am Tresen (1 Euro) zum Kaffee am Tisch mit Bedienung (2 Euro) wundern. Im Grunde ist es ja aber logisch und nur fair, dass der Kaffee mit Service mehr kostet, als der mit Selbstbedienung. Panini, Tramezzini und wechselnde Tagesgerichte gibt es im Brunellesco auch. Letztere werden im Hinterzimmer serviert, das zur Mittagszeit bummsvoll mit überwiegend studentischem Publikum ist, was wohl durch die Nähe zum Centro Linguistico di Ateneo und der Facoltà Storia dell’Arte zustande kommt. Das Caffelatte befindet sich übrigens nur einige Meter weiter. Gucken wir uns einfach nächstes Mal an.

Brunellesco. Via degli Alfani 69/r. 50121 Firenze. Italien.